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Volksabstimmung vom 11. März

6 Wochen Ferien: Das haben wir uns verdient!

Die Arbeitnehmenden in der Schweiz leisten immer mehr und sind mit durchschnittlich 44 Arbeitsstunden pro Woche Europameister im Chrampfen. Zugleich ist die Schweiz mit 29 Ferien- und Feiertagen Schlusslicht in Europa. Ferien sind eine Form von Ausgleich bei der Arbeit, die sonst immer härter wird. Es ist Zeit für mehr Ferien!

Schöne Tage an schönen Orten: Das haben sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verdient.

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Schweiz haben in den letzten Jahren immer härter gearbeitet. Trotzdem sind die Löhne nur wenig gestiegen. Auch die Arbeitszeit ist kaum gesunken. Die Profite haben andere eingesackt.

Am 11. März können die Schweizerinnen und Schweizer das ein bisschen ändern: mit einem Ja zur Volksinitiative für mehr Ferien. Alle sollen sofort fünf Wochen Ferien erhalten und innert fünf Jahren schrittweise eine zusätzliche, sechste Ferienwoche bekommen.

Es ist Zeit für mehr Ferien

Heute haben wir in der Schweiz dank guten Gesamtarbeitsverträgen im Durchschnitt fünf Wochen Ferien.

Bei einer Annahme der Initiative wird die sechste Ferienwoche nicht sofort eingeführt. Zunächst erhalten alle Arbeitnehmenden fünf Wochen Ferien, und dann wird die Zahl der Ferientage während fünf Jahren jedes Jahr um einen Tag erhöht. Fünf Jahre nach Annahme haben dann alle in der Schweiz Beschäftigten Anspruch auf sechs Ferienwochen.

Schon bezahlt

Mehr Ferien haben sich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer längst verdient – und mit ihrem Fleiss in den letzten Jahren auch schon bezahlt. Die Kosten für die zusätzliche Ferienwoche sind nämlich durch die Zunahme der Produktivität und durch den zu erwartenden Rückgang der Stresskosten (derzeit 10 Milliarden Franken) bereits gedeckt.

Krank machender Stress

Die Schweizerinnen und Schweizer sind Weltmeister im Chrampfen – und das macht immer mehr Menschen krank. Am deutlichsten sieht man das bei älteren Arbeitnehmenden. Sie sind entweder gezwungen, lange vor dem Rentenalter aus dem Arbeitsleben auszusteigen, weil sie den ständigen Druck nicht mehr aushalten. Oder sie werden arbeitsunfähig. Bekannt ist auch, dass die Lebenserwartung für Menschen in anstrengenden Berufen geringer ist.

Aber auch Jüngere leiden immer häufiger unter dem so genannten Burnout-Syndrom; sie sind ausgebrannt.

Einer einzelnen Person ist es fast nicht möglich, sich dem zunehmenden Druck am Arbeitsplatz zu entziehen. Es braucht einen besseren gesetzlichen Schutz – zum Beispiel eben dadurch, dass mehr Ferien vorgeschrieben werden.

Die Ferien-Initiative bringt mehr Ferien, mehr Erholung und deshalb mehr Gesundheit. Mehr Ferien können lebensverlängernd sein.

Lange Tage, wenig frei

Bei der Wochenarbeitszeit sind die Schweizerinnen und Schweizer Europameister. Wir arbeiten im Durchschnitt 44 Stunden pro Woche; in Österreich sind es nur 41, in Deutschland 40, in Italien 39 und in Frankreich gar nur 37 Stunden. Berücksichtigen wir noch die Überstunden, dann arbeitet in der Schweiz jede dritte voll beschäftigte Person über 45 Stunden pro Woche – allein 2010 häuften die Vollzeitbeschäftigen so viele Überstunden an, dass damit über 100 000 Arbeitsplätze hätten geschaffen werden können.

Schlusslicht in Europa ist die Schweiz dafür bei den Ferien und Feiertagen, die den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vom Gesetz her zustehen. Während es in Finnland 40 oder in Österreich 38 Tage pro Jahr sind, haben wir in der Schweiz nur an 29 Tagen frei.

Wird die Ferien-Initiative angenommen, können sich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Schweiz gleich lange erholen wie im übrigen Europa.

sgb

Weltmeister im Chrampfen

Nirgendwo sonst auf der Welt wird pro Arbeitsstunde so viel geleistet wie bei uns. Ein Blick in die offizielle Statistik zeigt: Jedes Jahr waren wir ein wenig fleissiger. Jedes Jahr haben wir in der gleichen Zeit mehr Waren produziert und mehr Dienstleistungen erbracht.

Aber die Löhne sind nicht im gleichen Mass gestiegen. Von unserem Fleiss haben andere profitiert. Die Gewinne der Unternehmen sind explodiert, die Manager haben über Abzocker- Boni abgesahnt und die Aktionäre wurden mit saftigen Dividenden bedient.

Mit der Ferien-Initiative holen wir uns etwas von dem wieder zurück, was uns die Unternehmen in den letzten Jahren vorenthalten haben.

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