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Verkehrspersonal-Gewerkschaft SEV setzt Zeichen für die Gleichstellung

Forderungen an Bahnchefs persönlich überbracht

Eine Delegation der Frauenkommission SEV hat heute den Chefs von SBB, BLS und RhB persönlich mitgeteilt, wie sie die Gleichstellung fördern können und sollen. Der SEV trat auch an vielen Bahnhöfen mit der Abgabe von Taschentüchern mit Slogan und einem Kurzfilm auf den E-Boards der SBB für die Gleichstellung ein.

SEV Frauen vor dem E-Board im Bahnhof Bern

Die SEV-Frauen statteten SBB-Chef Andreas Meyer, BLS-Chef Bernard Guillelmon und RhB-Chef Hans Amacker einen Besuch ab und dankten ihnen für die bisherigen Massnahmen ihrer Bahnen zur Förderung der Gleichstellung von Mann und Frau. Doch sie forderten sie auch auf, noch mehr zu tun, um ihre eigenen Ziele in Sachen Gleichstellung umzusetzen, z.B. bei der SBB die angestrebte Erhöhung der Frauenquote im Kader und beim Personal insgesamt. Erfreulicherweise haben sich SBB und BLS in ihren GAV zur „aktiven Umsetzung der faktischen Gleichstellung“ verpflichtet. Für Hans Amacker „ist eine gelebte Gleichstellung eine nicht in Papier gefasste Selbstverständlichkeit, die bei der RhB auch aktiv gefördert wird.“

Konkret verlangt die Frauenkommission SEV von den Bahnen:

  • Beitritt zum Projekt „Lohngleichheitsdialog“, bei dem Unternehmungen und Verwaltungen ihre Löhne freiwillig überprüfen und allfällige Ungleichheiten beseitigen;
  • Bekämpfung der Beschäftigungsdiskriminierung der Frauen, das heisst ihrer Benachteiligung bei der Anstellung (z.B. weil sie Mutter werden können) und bei Weiterbildung, Förderung und Beförderung – was oft die Folge der Teilzeitarbeit ist, für die sich Frauen häufiger entscheiden, um Beruf und Familie vereinbaren zu können. Die Beschäftigungsdiskriminierung führt letztlich auch zu Lohndiskriminierung.
  • mittelfristig die Einführung eines achtwöchigen Vaterschaftsurlaubs, den der SGB-Kongress 2010 zum Ziel erklärt hat, damit Männer auch ihre Rolle als Vater wahrnehmen können, und um der Beschäftigungsdiskriminierung entgegenzuwirken. 

Die drei Bahnchefs nahmen die SEV-Forderung nach der Teilnahme ihrer Bahnen am Lohngleichheitsdialog entgegen. SEV-Präsident Giorgio Tuti betont: „Der SEV wird weiter dranbleiben, damit die grossen Bahnen möglichst bald in den Lohngleichheitsdialog eintreten. Sie sollen mit dem guten Beispiel vorangehen. Denn so lassen sich auch die kleineren, regionalen Betriebe besser motivieren mitzumachen. Wir werden diese in einem zweiten Schritt dazu auffordern.“  

Die drei Bahnchefs nahmen auch die Forderung zur Kenntnis, dass sie der Beschäftigungsdiskri­minierung entgegenwirken und eine Frauenquote im Kader anstreben sollen, die dem Frauenanteil insgesamt entspricht. Dieser betrug bei der SBB Ende 2010 14,5%, bei der BLS 16,5 % und bei der RhB 14,6%. „Mittelfristig sollten beim Verkehrspersonal Frauen und Männer gleich stark vertreten sein“, fordert die Gleichstellungs­beauftragte des SEV, Barbara Amsler.

Zudem erklärten sich die Bahnchefs bereit, eine Verlängerung des Vaterschaftsurlaubs zu prüfen, der gegenwärtig bei der SBB fünf Tage beträgt, bei der BLS und der RhB nur ein Tag.

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