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Mit Sparschweinen für mehr Geld für den öV!

Der SEV hat heute auf dem Bundesplatz Sparschweine aus Marzipan an Parlamentsmitglieder verteilt. Die Gewerkschaften, die das Personal des öffentlichen Verkehrs vertreten (SEV, VPOD und Syndicom), fürchten eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und einen Leistungsabbau bei den regionalen Transportunternehmungen. Sie forderten mit ihrer Aktion die Parlamentsmitglieder auf, dem Sparschwein den Kopf abzubeissen und beim Budget 2024 für eine nachhaltige Finanzierung des öffentlichen Verkehrs zu stimmen.

«Es ist dringend nötig, dass der Bund zusätzliche Mittel für den regionalen Personenverkehr spricht, um eine Finanzierungslücke zu verhindern. Alles andere ist unrealistisch und gefährlich für die Transportunternehmungen, die bereits heute knapp kalkulieren und hohe ungedeckte Kosten haben», sagt SEV-Vizepräsident Christian Fankhauser. Den Transportunternehmungen droht ein Fehlbetrag von 60 Mio. Franken für 2024. Der SEV geht nicht davon aus, dass die fehlenden Gelder von den Kantonen übernommen werden. Die Kürzungen würden zu einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und einem Abbau des Angebots führen, vor allem in ländlichen und finanzschwachen Regionen. Für Christian Fankhauser ist klar: «Das ist ein sehr riskantes Vorgehen. Kurzfristige finanzpolitische Überlegungen setzen das langfristige Funktionieren des öV aufs Spiel.»

Negative Folgen für die Sicherheit und das Klima
Weniger Personal auf den Zügen und an den Bahnhöfen bedeutet weniger Sicherheit für die Reisenden. Das Personal ist auch wichtig für die Qualität des öV, zum Beispiel als Auskunfts- und Ansprechpersonen. Die Sparmassnahmen verhindern, dass mehr Menschen auf den öV umsteigen, was nötig wäre, um die Klimaziele zu erreichen.

Petition und Unterstützung aus den Kantonen
Der SEV hat gemeinsam mit den Gewerkschaften VPOD und Syndicom eine Petition mit über 6000 Unterschriften von öV-Angestellten eingereicht, welche fordert, die Sparmassnahmen rückgängig zu machen. In mehreren Kantonsparlamenten – JU, NE, FR, VD, AG - gab es Vorstösse, die Einsparungen beim öV ablehnen. Auch die KöV (Konferenz der kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs) hat bereits vom Bundesrat gefordert, auf die Sparmassnahmen im regionalen Personenverkehr zu verzichten.

Update 1. Januar 2024:
Ständerat und Nationalrat erhörten die Warnungen des SEV und seiner Verbündeten vor den geplanten Kürzungen beim regionalen Personenverkehr (RPV): Sie beschlossen die Bundesgelder für den RPV gegenüber heute um 55 Mio. Franken zu erhöhen statt um 5 Mio. zu senken, wie vom Bundesrat gewollt, was wegen der 2022 gewährten Nachkredite einer effektiven Kürzung um rund 92 Mio. entspräche. Der SEV verteilte am 7. Dezember Flugblätter und Marzipanschweinchen an Parlamentsmitglieder. Zudem haben die Gewerkschaften SEV, Syndicom und VPOD den Parlamentsdiensten am 24. Oktober eine Petition überreicht. Rund 6000 Mitarbeitende des öffentlichen Verkehrs forderten von Bundesrat und Parlament, auf Sparmassnahmen beim regionalen Personenverkehr zu verzichten. Der Widerstand hat sich gelohnt.

Pressebilder

Aktion Sparschweine SEV

Kommentare

  • berto

    berto 12/12/2023 08:16:12

    Génial, notre syndicat SEV prouve sa capacité à faire du Lobbying dans le domaine de la politique des transports
    Bravo à la VPT d'avoir thématisé cela lors de l'AD 2023
    Bravo au SEV qui repris le thème avec succès
    Bravo à la direction syndicale d'avoir persévéré!!!!!!!
    SOLIDAIRE NOUS SOMMES FORTS
    Gilbert D'Alessandro
    Président central VPT